Studien & Wissenswertes

In den vergangenen Jahren gab es eine stetig steigende Nachfrage nach kalorienreduzierten Produkten. Gewichtskontrolle, physische Attraktivität und eine gute gesundheitliche Gesamtverfassung haben einen enorm hohen Stellenwert erlangt.  (Quellennachweis)

Welches sind die meist diskutierten Themen bei jeglicher Art von sozialem Zusammentreffen? Diäten und Ernährung sind wohl ganz oben auf der Liste. Warum? Einer der Gründe ist sicherlich, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen einen immerwährenden Kampf gegen Fettleibigkeit und Übergewicht führt. Minderes Selbstwertgefühl, soziale Ausgrenzung und Schädigung der Gesundheit sind mögliche Folgen von Übergewicht, zudem steigt das Risiko auf hohen Blutdruck, Diabetes, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Krebs beträchtlich. (Quellennachweis)

Entgegen sämtlicher Versprechungen diverser Best-Sellers unter den Diätprodukten, gibt es keine „magische Formel“ zur Gewichtskontrolle. Die simple Gleichung „Kalorienzufuhr ist gleich Kalorienverbrauch“ bildet immer noch die Basis für eine erfolgreiche Gewichtskontrolle. Bei angestrebtem Gewichtsverlust müssen also überschüssige Kalorien reduziert werden. Zum Beispiel durch reduzierte Kalorienzufuhr oder verstärkte, körperliche Aktivität. (Quellennachweis)

WAS IST DER ZUCKERAUSTAUSCHSTOFF ERYTHRIT?

Allgemein: Erythrit und Erythritol ist eine unterschiedliche Schreibweise für das gleiche Produkt. Erythrit ist die deutsche, und Erythritol die englische Variante, die auch teilweise in anderen europäischen Ländern verwendet wird.

Erythritol, ein aus vier Kohlenstoffatomen bestehender Zuckeralkohol (Polyol), hat in etwa eine 60-80% Süßkraft von Sucrose (Zucker) (Quellennachweis) und findet als  biologischer Süßstoff Anwendung in der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie. (Quellennachweis); Insbesondere zeichnet sich Erythritol  aufgrund seiner ernährungsphysiologischen Eigenschaften als funktionaler Zuckerersatz für Diabetiker und Menschen mit Übergewicht aus.

Erythritol wird zwar in die Familie der Kohlenhydrate eingereiht, verhält sich jedoch nicht wie ein "gewöhnliches" Kohlenhydrat, da es im Körper nicht in Energie umgewandelt, sondern unverbraucht über den Urin wieder ausgeschieden wird. So muss man es auch bei der Berechnung von Broteinheiten nicht berücksichtigen! 

ENTSTEHUNG VON ERYTHRIT

Erythrit entsteht durch ein mikrobielles Produktionsverfahren (Quellennachweis). Die aus Weizen- oder Maisstärke durch enzymatische Hydrolyse entstehende Glukose wird unter Anwendung von sicheren, geeigneten und genusstauglichen osmophilen Hefen fermentiert.  Das so entstehende Erythritol ist von einer mehr als 99%igen Reinheit. Für die kommerzielle Produktion werden u.a. Mutanten Stämme von Aureobasidium sp. und Pseudozyma tsukubaensis verwendet. (Quellennachweis)

VORKOMMEN IN DER NATUR

Erythritol kommt sowohl in der Natur vor - es wurde in unterschiedlichen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Käse, Champignons, Wassermelonen, Weintrauben, Birnen und Pfirsichen (mit einem Gehalt von bis zu 0,13%) nachgewiesen - als auch endogen bei Mensch und Tier in Körpergewebe und –flüssigkeiten. (Quellennachweis).

VERWENDUNG IN NAHRUNGSMITTELN

Seit 1990 wird Erythritol in Japan als Bestandteil von u.a. Süßwaren, Schokoladen, Anti-Alkoholischen Getränken, Kaugummi, Marmeladen und Joghurts verwendet. In den USA findet es zum Beispiel Verwendung als Geschmacksverstärker, Feuchthaltemittel, Stabilisator, Verdicker und als Zuckerersatz. (Quellennachweis)

STUDIEN UND TESTS

Im Laufe der Jahre wurde eine Vielzahl an Unbedenklichkeitsstudien (Tierversuche und klinische Studien) publiziert, welche die unbedenkliche Verwendung Erythritols als Zuckerersatz belegen. In den meisten Fällen wurde Erythritol als wässrige Lösung oder als Bestandteil einer Mahlzeit an gesunde weibliche und männliche Probanden über einen längeren Zeitraum verabreicht. Es konnten keinerlei nachteilige Auswirkungen auf den menschlichen Organismus festgestellt werden. Enzym- und Proteinwerte waren innerhalb des normalen physiologischen Bereichs (Quellennachweis)  Weitere Studien wurden an Diabetikern durchgeführt. Im Zuge dieser Langzeitstudien wurden zusätzlich u.a. Körpergewicht, Nüchtern Blutzucker, Hämoglobin Alc, Harn- / Stickstoffwert, Creatinin, β2-μ  Globulin und Proteine im menschlichen Urin gemessen.  Klinische Studien zeigten keinerlei Magen-Darm Störungen bei Dosierungen bis 1000 mg/kg Körpergewicht/Tag. Diese Dosierung übersteigt massiv die angenommene Tagesdosis von ca. 70mg/kg Körpergewicht/Tag bei einer 60kg schweren Person. Die Ergebnisse der klinischen Studien werden von toxikologischen Studien gestützt, wo Versuchstiere 13 Wochen lang eine hohe Dosis Erythritols erhielten ohne signifikante Magen-Darm Störungen aufzuzeigen.  Metabolische Untersuchungen haben wiederum ergeben, dass Erythritol gut aufgenommen, nicht vom Körper verstoffwechselt  und rasch in unveränderter Form im Urin ausgeschieden wird. Basierend auf den veröffentlichten Nahrungsmittelunbedenklichkeitsdaten der vorhandenen Literatur kann Erythritol als „sicher“ („generally recognized as safe“ = GRAS), bei Einhaltung des vorgesehenen Verwendungszwecks in Lebensmitteln, eingestuft werden. (Quellennachweis)

ERYTHRIT (Erythritol) UND DIABETES MELLITUS (Typ II)

Diabetes mellitus (Typ II) ist gekennzeichnet durch Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie) und ist eine rasant zunehmende, chronische Erkrankung. Diabetes mellitus (Typ II) Patienten leiden oft an Folgeerkrankungen wie Myokardinfarkt, Schlaganfall, Erblindung und Gangrän. Es gibt reichlich Belege, dass diabetische Komplikationen in Verbindung mit oxidativem Stress stehen, wobei der Blutzucker die Bildung oxidativer Radikale (Sauerstoffradikale) verursacht und antioxidative Mechanismen, ähnlich wie Vitamine, reduziert. (Quellennachweis). Wird Sucrose (Zucker) durch Süßstoff ersetzt, hat dies eine reduzierende Auswirkung auf oxidativen Stress. Der Ersatz von Zucker durch Antioxidantien wie Erythritol soll jedoch langfristig durchgeführt werden, aufgrund der chronischen Beschaffenheit von Diabetes mellitus. Die Einnahme entsprechender (Tages-) Mengen kann über Nahrungsmittel und Getränke erfolgen und gestaltet sich somit einfach in der Anwendung für den Konsumenten / Patienten. Erythritol ist ein null-Kalorien und zahnschonender Zuckerersatz und zeichnet sich aufgrund seiner molekularen Eigenschaften als ideales Antioxidantium in Nahrungsmitteln und Getränken aus. Ein Süßmittel, dass sich weder auf Insulin- noch Glukosespiegel auswirkt, und somit eine sinnvolle und sichere Nahrungsmittelkomponente auch für Diabetiker darstellt (Quellennachweis).

Erythritol ist ein „Fänger“ freier Radikale und verfügt somit über eine einzigartige Schutzwirkung, ähnlich wie Vitamine. Bedingt durch freie Sauerstoffradikale, gilt das jedoch nicht ausschließlich für Diabetes mellitus, sondern wirkt sich auf jegliche chronische  Funktionsstörung in Zellen und Geweben, wie auch auf den gesunden Organismus, positiv aus. Erythritol hilft somit die Auswirkung eines Nahrungsmittels oder Getränkes auf den Blutzuckerspiegel zu reduzieren. Somit werden auch Folgeerscheinungen von Hyperglykämie (hoher Blutzucker) bedingter Entstehung freier Radikale reduziert und das Risiko von Entwicklung und Voranschreiten schmerzhafter und lebensbedrohender, diabetischer Komplikationen reduziert. (Quellennachweis)

ERYTHRIT (Erythritol) UND KARIES

Zahnkaries ist eine ernährungsbedingte Erkrankung und stellt weiterhin ein ernsthaftes Problem in den meisten Industrie- sowie Entwicklungsländern dar. Kariesprävention sollte unbedingt die Verwendung von Zuckerersatz / Süßmitteln beinhalten. Erythritol ist ein nicht-kariogenes Zuckerersatzmittel. Teilweiser oder kompletter Ersatz von Zucker durch Polyole (Zuckeralkohole) ist somit ein wichtiger Ernährungsbestandteil in der Prävention von Zahnkaries. (Quellennachweis).

ERYTHRIT (Erythritol) IN DER TÄGLICHEN VERWENDUNG

Erythtritol schmeckt, riecht und verhält sich wie Zucker, jedoch mit einer ca. 70%igen Süßkraft von Zucker, dafür jedoch garantiert zu 100% natürlich und gentechnikfrei, kalorienfrei, zahnfreundlich und frei von jeglichen Kohlenhydraten. Wirkt sich in keiner Weise auf Insulin-, Blutzucker und Glukosespiegel aus und zeichnet sich im Ganzen durch eine gesundheitserhaltende und –fördernde Wirkung aus.

Erythritol kommt immer dann zum Einsatz, wo man Zucker verwenden würde. Beim Kochen, Backen (lässt sich problemlos erwärmen), in Kaffee, Tee, über Müsli, Früchte, ins Joghurt. Überall wo Süße gewünscht ist. Da Erythritol ca. 70% der Süßkraft von Zucker entspricht, verwendet man anstatt zB. 100g Zucker 120g – 140g Erythritol, je nach Geschmack und gewünschter Süße.

Bei der Herstellung von Teigen (zB. Hefeteig) kann es vorkommen, dass der Teig anfänglich nicht so stark aufgeht. Eine verlängerte Gehzeit schafft hier Abhilfe und der Rest passiert im Backofen mit fantastischem Ergebnis. 

Quellen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20186409 

"Biotechnological production of erythritol and its applications"

Moon HJ, Jeya M, Kim IW, Lee JK. Department of Bioscience and Biotechnology, Konkuk University, Seoul, South Korea. 2010 


www.nutritionjrnl.com

Nutrition 26 (2010) 449–458
Special article
"Erythritol is a sweet antioxidant"

Gertjan J.M. den Hartog, Ph.D., Agnes W. Boots, Ph.D., Aline Adam-Perrot, Ph.D., Fred Brouns, Ph.D.c, Inge W.C.M. Verkooijen, M.Sc.d, Antje R. Weseler, Ph.D.a, Guido R.M.M. Haenen, Ph.D.a, Aalt Bast, Ph.D.

Department of Pharmacology and Toxicology, Faculty of Health, Medicine and Life Sciences, Maastricht University, Maastricht, The Netherlands
Cargill R&D Center Europe, Vilvoorde, Belgium
Department of Human Biology, Faculty of Health, Medicine and Life Sciences, Maastricht University, Maastricht, The Netherlands
Clinical Trial Center Maastricht, Maastricht, The Netherlands
2008-2009.


http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21576989

"Sugar alcohol sweeteners as alternatives to sugar with special consideration of xylitol"

Mäkinen KK. Institute of Dentistry, University of Turku, Finland. 2011


IFIC Review, issue „Low-Calorie-Sweeteners and Health“


Sugita und Yamazaki, 1988; Goossens und Röper, 1994


Regulatory Toxicology and Pharmacology 24, S191 (1996), Article No. 0098